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Warum fühle ich nichts? Sind Gefühle nicht von Gott?


Ich war in einem Gottesdienst und alle Leute haben gesagt, dass Gott gegenwärtig sei, ich habe aber nichts gefühlt. Auch als ich nach vorne gegangen bin und jemand für mich gebetet hat habe ich nichts gefühlt. Woran liegt das?

Die Sache ist sehr einfach: Gefühle sind nicht biblisch. Okay, ich gebe zu das ist vielleicht etwas ungünstig ausgedrückt. Gefühle sind etwas Wunderbares, Gefühle sind von Gott geschaffen und daher sind sie auch nichts Schlechtes. Aber es ist nicht biblisch, sein Leben und seine Entscheidungen auf Gefühle aufzubauen.
Viele Christen - gerade in charismatischen Kreisen - leben leider ein Christsein, das komplett auf Gefühlen aufgebaut ist. Sowas kann extrem schnell zum totalen Absturz führen.
Wenn nämlich die Gefühle aufhören - und das werden sie irgendwann zwangsweise - fällt man in ein tiefes Loch, wenn man seinen Glauben auf Gefühle aufgebaut hat.
Glaube hat nichts mit Gefühl zu tun! Wenn Gott zu uns redet, redet er nicht durch Gefühle.

Geist und Seele?


Gefühle sind seelisch - unser eigentliches Ich ist jedoch der Geist. Manchmal besteht aber das Problem, dass die beiden sich nicht immer so ganz einig sind und unsere Seele und unser Körper nicht so wollen wie unser Geist. Schauen wir uns mal eine Stelle in der Bibel dazu an - denn Jesus hatte in Gethsemane genau das gleiche Problem und er beschreibt obigen Sachverhalt in der folgenden Bibelstelle:
Matthäus 26,41 (Schlachter):Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Er wollte also etwas tun, aber er hat sich nicht danach gefühlt - im Gegenteil. Er hatte Angst. Sein Gefühl sagte ihm, er solle wegrennen, anstatt sich kreuzigen zu lassen:
Matthäus 26,38 (Schlachter):Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod.

Jesus wollte nicht gekreuzigt werden - wie man sicher leicht nachvollziehen kann - und er bittet Gott sogar in den folgenden Versen darum, dass er nicht sterben muss, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt:
Matthäus 26,39 (Schlachter):Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber

Dieses Gebet wäre aber ein seelisches Gebet gewesen, es wäre unbiblisch gewesen. Jesus hatte panische Angst und wollte nicht sterben. Aber was wäre wenn er diesem Gefühl nachgegeben hätte? Dann wäre er weggelaufen und wäre nicht für uns gestorben, hätte wohlmöglich noch ein nettes Leben gehabt - aber am Willen seines Vaters wäre er meilenweit vorbeigeschossen. Deswegen betete er weiter:
Matthäus 26,39 (Schlachter):doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!

DAS ist ein geistiges Gebet: "Ich fühle mich nicht gut, alles in mir widerstrebt sich, aber ich ordne mich dem Wort Gottes unter." Auch David war sich dessen bewusst: David hat sogar zu seiner Seele geredet und gesagt: Lobe den Herrn meine Seele (Psalm 103,1.
Das ist nicht nur ein cooler Spruch gewesen, den er geäußert hat, weil es einfach gut klingt. Er hat das gesagt, weil seine Seele gerade nicht loben wollte. Er hat sich nicht danach gefühlt Gott anzubeten, aber er hat es trotzdem gemacht, weil er wußte, dass Lobpreis total wichtig ist.
Gefühle müssen sich immer dem Wort Gottes unterordnen! Wenn Du etwas fühlst und im Wort Gottes steht etwas anderes: Frag nicht nach dem Gefühl sondern tu das was das Wort Gottes sagt! Gefühle können Dich täuschen, das Wort Gottes nicht!
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Es KANN sein, dass wenn der Heilige Geist stark wirkt, dass man da auch etwas spürt - aber das muss nicht der Fall sein. Einige Leute spüren mehr und einige spüren weniger. Ich selber kenne zwar Phasen wo ich Gottes Gegenwart selber auch sehr stark gefühlt habe, aber meistens ist das bei mir eher nicht der Fall (ich bin auch als Informatiker eher der nüchterne Typ).
Ich bin in unserer Gemeinde Keyboarder im Lobpreisteam und ich bin GERNE Keyboarder, man muss mich eher von der Bühne runter als raufprügeln und die Anbetungszeit kann eigentlich nie lange genug sein. ABER: Lobpreis zu leiten ist überhaupt nicht mein Ding. Wir haben seit einiger Zeit allerdings einen kleinen Jugendkreis der einmal im Monat stattfindet - bei uns zu Hause - wo ich von daher mehr oder weniger zwangsweise den Lobpreis leiten muss - und das auch noch alleine nur mit Keyboard. Das ganze hatten wir jetzt zweimal und mich haben mehrere Personen angesprochen, dass sie in dem Lobpreis wirklich die Gegenwart Gottes erlebt haben und die Zeit einfach toll fanden.
"Super! Schön für sie", hab ich mir jedes Mal gedacht. Denn weißt Du was ich gefühlt habe? NICHTS!!! GAR NICHTS!!!! Nicht das geringste! Ich kann zwar Keyboardspielen, aber eines kann ich nicht: SINGEN! Und wenn ich das dann noch ALLEINE und parallel zum Keyboardspielen machen muss und nebenbei noch andere dazu animieren soll, es mir gleich zu tun ist das für mich eine sehr unangenehme Vorstellung... Glaub mir, ich habe die ganze Zeit inbrünstig gebetet... >AN "Herr, bitte lass den Lobpreis möglichst schnell vorbei sein, BITTE!!! Das ist ja so ätzend! Bitte beende den Lobpreis möglichst schnell, oder tu ein Loch im Boden auf, in das ich ganz schnell verschwinden kann. Ich mag mich nicht mehr hier zum Affen machen... DA! Hast Du gehört? Da hab ich schon wieder schief gesungen! BITTE tu was!"
Aber die Leute haben Gott trotzdem erleben können. War das weil ich so ein toller Kerl bin, der nur einmal mit dem Finger schnippen muss und alle Anwesenden fallen ehrfürchtig vor dem Herrn zu Boden? Ganz bestimmt nicht!
Es ist weil Gott wirkt! Und Gott wirkt auch dann, wenn wir uns vollkommen übel fühlen. Unsere Gefühle müssen sich Gottes Wort unterordnen. Egal was kommen mag. Egal was passiert. Gefühle spielen im Wort Gottes keine oder nur eine äußerst geringe Rolle!
Glaub mir, die Bibel ist ein wirklich dickes Buch mit ziemlich vielen Wörtern, aber wußtest Du, dass das Wort "Gefühl" nicht ein einziges mal in der Bibel vorkommt? Klingt unwahrscheinlich, ich habe es selber erst nicht geglaubt, aber es stimmt wirklich. Alleine hieraus lässt sich schon eine Menge schließen.
Jesus sagt:
Markus 11,23 (Luther):Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

Da steht, dass es uns zuteil wird, wenn wir es GLAUBEN und nicht wenn wir es FÜHLEN (interessant ist übrigens hier auch, dass dort steht, dass wir glauben sollen, dass wir empfangen haben und nicht empfangen werden, aber naja... das ist ein anderes Thema).

Wenn wir nur auf unsere Gefühle vertrauen werden wir einen Achterbahnglauben haben. Wenn wir uns gerade gut fühlen, geht es uns auch gut und wir erleben viel mit Gott. Wenn wir uns schlecht fühlen sind wir vollkommen am Boden zerstört und zweifeln vielleicht sogar an Gott und der Welt. So geht es vielen Christen... Es geht immer rauf und runter... rauf und runter und immer so weiter. Je nachdem wie man sich gerade fühlt. Auf Frommdeutsch heißt das dann immer "Wüstenzeit" oder "Talphase"... Ohne Frage - derartige Zeiten gibt es. Aber sie sollten nicht dadurch ausgelöst werden, dass wir uns gerade nicht gut fühlen! Die Bibel redet öfters von Wüstenaufenthalten - jedoch nicht von Achterbahnfahrten.

Fazit


Vertrau nicht auf Deine Gefühle, vertrau auf Gottes Wort. Wenn jemand für Dich betet, wenn Du im Lobpreis vor Gott stehst, wenn Du Gott um Heilung bittest... Warte nicht darauf, dass Du etwas fühlst. Glaube einfach! Vertraue Gott, dass er auch wirken kann ohne dass Du etwas fühlst.
Ich weiß selber aus eigener Erfahrung, dass sich sowas leicht erzählen und schwer umsetzen lässt. Das Baden in der angenehm warmen Dusche des Selbstmitleids beherrsche ich auch sehr gut. Trotzdem müssen wir damit anfangen auf Gott zu vertrauen und nicht auf unsere Gefühle. Denn es lohnt sich! Es lohnt sich wirklich! Dann werden wir nicht von jeder leichten Brise umgeschmissen, fallen nicht gleich in Depressionen, wenn mal jemand unsere Gefühlswelt verletzt sondern lernen es, uns auf Gottes Wort zu stellen, egal was wir gerade fühlen oder nicht fühlen.

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