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Was ist wenn Gott mir einen bestimmten Partner gezeigt hat, und dieser mich nicht liebt?


Gott hat mir gezeigt, wer mein Partner sein soll. Leider ist dieser nicht an einer Partnerschaft mit mir interessiert. Was soll ich tun?

In diesem Fall solltest Du Dich fragen ob es wirklich Gottes Stimme war die Du gehört hast und - nimm's mir nicht übel - die Sache am besten gleich wieder vergessen. In der Bibel gibt es letztlich nur zwei Stellen wo Gott den Partner für jemanden aussuchte bzw. ein übernatürlicher Eingriff Gottes stattgefunden hat. Das erste Mal geschah dies bei Adam und Eva. Hier hatten die beiden aufgrund mangelnder Quantität an Partnern in heiratsfähigem Alter naheliegenderweise keine große Wahl. Die zweite Bibelstelle bezieht sich auf die Zeit Abrahams, dessen Knecht eine Frau für Isaak suchte, worauf Gott ihm Rebekka zeigte.

Wenn es unter den ganzen großen Königen, Propheten, Aposteln und sonstigen hochgesalbten Gottesmännern nur EIN Paar gab (Adam und Eva lassen wir mal außen vor), das Gott auf mehr oder weniger übernatürliche Art und Weise zusammengeführt hat, dann sollten wir uns fragen, ob das bei uns heute auch wirklich sooooo oft vorkommt wie viele junge Christen das glauben möchten und erhoffen.
Die Bibelstelle mit Isaak und Rebekka wird von Verfechtern der Gott-hat-mir-meinen-Partner-gezeigt-These immer wieder gerne zitiert. Dummerweise werden dabei immer einige Kleinigkeiten vergessen. Nachdem der Knecht Gottes Reden gehört hat, heißt es nämlich:

1. Die Eltern fragen:


1. Mose 24,49-51 (Schlachter):Wenn ihr nun meinem Herrn Liebe und Treue erweisen wollt, so sagt es mir; wenn nicht, so sagt es mir ebenfalls, daß ich mich zur Rechten oder zur Linken wende! Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Diese Sache kommt von dem Herrn; darum können wir nichts gegen dich reden, weder Böses noch Gutes! Siehe, Rebekka ist vor dir! Nimm sie und ziehe hin, damit sie die Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie der Herr geredet hat!


Als Gott dem Knecht von Abraham mit dem Zeichen gezeigt hat, dass Rebekka die Frau für Isaak sein soll hat er nicht gesagt: "Okay, das iss' sie!" und ist nicht mit den verheißungsvollen Worten: "Der Herr hat gesprochen" zu ihr gegangen um sie ihrem zukünftigen Gatten zuzuführen. Nein - er hat erst einmal ihre Eltern gefragt und ihr gesagt, was er für einen Eindruck von Gott bekommen hatte. Diese haben es geprüft und das ganze für richtig befunden und der Hochzeit zugestimmt. Wenn Du also meinst, dass Du von Gott gezeigt bekommen hast, eine bestimmte Person zu heiraten, geh' zu deren Eltern und stell Dich vor. Teile ihnen mit, was Du von Gott bekommen hast. Wenn es wirklich von Gott war, werden sie zustimmen.

2. Der freie Wille


Nachdem die Eltern (bzw. der Vater und der Bruder) einverstanden waren, heißt es:
1. Mose 24,57-58 (Schlachter):Da sprachen sie: Laßt uns das Mädchen rufen und fragen, was sie dazu sagt! Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm ziehen!

Diese Stelle ist sehr kurz und wird sehr schnell überlesen. Sie steht mit der oben genannten Stelle in engem Zusammenhang. Wenn Rebekka selbst (oder ihre Eltern) nicht gewollt hätten, wäre der Knecht wieder abgezogen - trotz des Eingreifens von Gott.
Wenn jemand keine Partnerschaft mit Dir WILL, dann kannst Du ihn auch nicht dazu zwingen. Auch nicht durch Gebete wie:
"Ach Herr, Du weißt ja, dass es Dein Wille ist, dass ich Klotilde heiraten soll, und Du siehst, dass sie einfach nicht will. Bitte offenbare ihr doch Deinen Willen und zeig ihr, dass ich der richtige Partner für sie bin."
Sowas sind rein seelische und unbiblische Gebete. Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben und diesen Willen kannst Du nicht einfach wegbeten. Gott weiß was die Leute wollen und er würde Dir keinen Partner zeigen von dem er weiß, dass er Dich nicht will.

3. Blind heiraten


1. Mose 24,65 (Schlachter):Und [Rebekke] sprach zu dem Knecht: Wer ist jener Mann, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr! Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.
Und der Knecht erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sarah und nahm die Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb.

Isaak hatte Rebekka NICHT gesehen bevor er sie geheiratet hatte. Ich glaube nicht, dass diese Bibelstelle heute so oft zu dem Zwecke herangezogen würde, wenn im Vers 16 stehen würde "und sie war sehr häßlich" (was ja an dem Sachverhalt, dass Gott Rebekka ausgewählt hat nichts geändert hätte). Würdest Du jemanden heiraten, den Du nicht kennst oder nicht attraktiv findest? Stell Dir vor Du bist in einem Chat mit einer Person des anderen Geschlechtes und Gott sagt zu Dir, dass DAS Dein zukünftiger Ehepartner ist. Würdest Du das akzeptieren, wenn Du noch kein Foto gesehen hättest? Was wäre wenn Du diese Person richtig häßlich fändest? Wärst Du trotzdem dazu bereit "Gottes Willen" zu tun und ihn bzw. sie zu heiraten?
Was wäre wenn jemand zu Dir kommen würde, den Du weder sympathisch noch körperlich anziehend findest und sagen würde, dass Du sein von Gott ausgewählter Partner seist? Würdest Du sagen: "Okay, ich mag Dich zwar nicht, aber dem Willen Gottes beuge ich mich natürlich..."
Wenn nicht, solltest Du das auch nicht von anderen erwarten!
Ist Dir auch aufgefallen, dass Isaak sich erst in Rebekka verliebt hat, nachdem er sie geheiratet hat? Wärst Du auch bereit dazu?

Ich habe schon sehr viele solcher Fälle mitbekommen (unterlag sogar selber einmal diesem Irrtum) und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es bei KEINEM EINZIGEN Fall wirklich Gott war, der da "geredet" hat. Vielmehr waren stattdessen immer der Wunsch und die Sehnsucht die Ursache für solche Gedanken.
Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Gott den Leuten nur Partner zeigt, die vollkommen sympathisch sind, traumhaft aussehen, Pastoren oder Lobpreisleiter sind, oder in sonstigen leitenden Funktionen stehen? Warum schenkt Gott immer ERST das Verliebtsein und zeigt einem DANN wer der Partner ist? Warum zeigt er es nicht dem jeweils anderen Partner zuerst? Das wäre doch eigentlich viel logischer...
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Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass Gott sich aus Partnerschaftsfragen eigentlich weitestgehend heraushält. Dies ist jetzt weniger biblisch begründet als vielmehr meine persönliche und praktische Erfahrung (wobei es dennoch auch für sich spricht, dass die Partnerfindung in der Bibel defakto so gut wir gar nicht erwähnt wird).
Gott überlässt UNS die Partnerwahl. Er gibt uns Rahmenbedingungen vor, aber er gibt uns die Freiheit zu entscheiden ob wir einen Partner heiraten wollen oder nicht - und das ist auch gut so. Das heißt natürlich nicht, dass wir Gott grundsätzlich nicht fragen sollen, ob ein Partner der richtige ist, aber eine Grundvoraussetzung ist immer, dass erstmal BEIDE Partner eine Beziehung miteinander WOLLEN.
Wenn Du Dich in jemanden verliebt hast und denkst, dass diese Liebe von Gott käme, klammere Dich nicht daran fest wenn dieser Jemand Deine Liebe nicht erwidert. Viele Christen verschwenden eine Menge Zeit und Energie damit, sich auf eine Person einzuschießen und dieser monatelang nachzurennen in der Hoffnung sie möge sich doch noch zu "Gottes Willen" bekehren. Das funktioniert nicht. Selbst wenn es Gottes Wille wäre, würde Gott der Person diesen Willen nicht aufzwingen.
Bitte Gott daher nicht darum ihn oder sie zu ändern. Wenn die Person nicht will, will sie nicht, und Du musst das akzeptieren. Sei lieber offen für Neues. Gott wird Dir den richtigen Partner geben. Geh entspannt an die Sache ran. Wenn Gott eine erste Wahl für Dich hat und diese Person nicht will, dann hat er eine zweite erste Wahl.
Ich will es hier auch nicht kategorisch ausschließen, dass Gott zwei Personen auf übernatürliche Art und Weise zusammenführen kann, aber das ist die SEHR große Ausnahme - auch in der Bibel.

Viele Leute haben sonst ÜBERHAUPT keine Ader zum Prophetischen - wenn es um den zukünftigen Partner geht, meint aber auf einmal jeder, Gottes klares Reden zu vernehmen.
Wie man Gottes Stimme hört ist eine der Fragen, die man von Christen sehr oft hört. Jeder fragt sich wie er im Alltag Gottes Reden hören kann. Manche Leute gehen zum Pastor in die Seelsorge weil ihre Waschmaschine kaputt ist, und sie von Gott keine Antwort auf die Frage bekommen ob sie sich eine neue kaufen sollen oder nicht. Sie haben kaum Gemeinschaft mit Gott im Gebet - bei Partnerschaft hat aber seltsamerweise keiner ein Problem damit, von Gott zu hören und jeder weiß GANZ genau, was sein Wille ist...
Erste Bedingung um Gottes Stimme vernehmen zu können ist es, regelmäßig Zeit mit ihm zu verbringen, Gemeinschaft mit ihm zu haben. Wenn Du nicht weißt wie sich seine Stimme "anhört" und Du es nicht gelernt hast, in kleinen Alltagsdingen auf ihn zu hören, dann brauchst Du Dir keine großen Gedanken darüber machen, was er zu Deiner Partnerwahl sagt.

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