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Ist der Glaube an Gott und die Bibel irgendwie logisch erschließbar?


Ist der Glaube an Gott und die Bibel logisch? Kann man ihn mit dem Verstand und gesunder Logik nachvollziehen?

Er ist zumindestens nicht unlogisch

Schritt 1: Es muss etwas Göttliches geben


...es ist zumindestens sehr unwahrscheinlich, dass dem nicht so ist. Aber dies ist gerade für uns westlich geprägte und aufgeklärte Europäer der schwerste Schritt, da die Wissenschaft jegliche Göttlichkeit per Definition ablehnt. Viele erwarten, dass Gott ihnen persönlich einen Engel schickt, der ihnen eine glänzende Schriftrolle übergibt auf welcher in güldener Schrift geschrieben steht, dass der liebe Gott existiert. Das ist aber definitiv nicht erforderlich. Wer sich mal in der Natur etwas umschaut findet soviele fantastische und unglaubliche Wunder, die es sehr unwahrscheinlich machen, dass nicht zumindestens irgend etwas Göttliches existiert. Wer in Paris vor dem Eiffeltum steht, würde auch nicht auf die Idee kommen, dass dieser durch Zufall entstanden ist. Leider wird in den Naturwissenschaften von vornherein jegliches Übernatürliche ausgeschlossen.Bild So kann man zwangsläufig zu gar keinem anderen Schluss gelangen, als dass die Erde durch Zufall entstanden sein muss. Durch die Natur können wir also darauf schließen, dass es etwas Göttliches geben muss. Aber nur weil die Natur auf etwas Göttliches hinweist, sagt das letztlich noch nichts über die Wesensart dieses Gottes aus, es gibt ja genug Religionen...

Schritt 2: Was für einen Gott hätten Sie denn gerne?


Wenn wir also davon ausgehen, dass es etwas Göttliches gibt, ist es naheliegend, dass zumindestens eine der bestehenden Religionen nah an der Wahrheit ist. Das Christentum, der Islam, Hinduismus, Buddhismus, Shinto, Daoismus... Religionen gibt es wie Sand am Meer. Wenn man sich damit auseinandersetzt, findet man aber schnell heraus dass alle Religionen einiges gemeinsam haben:
1. Jede Religion hat ein bestimmtes Ziel - sei es nun, den ewigen Kreislauf des Leidens zu beenden um ins Nirvana einzugehen, in den Himmel zu kommen oder in einer höheren Kaste wiedergeboren zu werden.
2. Man muss, um dieses Ziel zu erreichen, bestimmte positive Handlungen vollbringen, seien es regelmäßige Gebete, heilige Handlungen, Mediation oder einfach nur "gute Taten".
3. Es gibt entsprechend auch negative Handlungen, welche einen von der Erreichung des Zieles wegbringen: Gar nicht Beten, nicht Meditieren und schlechte Taten

Es läuft also letztlich immer darauf hinaus, dass man, um die Ziele zu erreichen, logischerweise möglichst viele der postiven Handlungen und möglichst wenige von den negativen Handlungen tut. Moralisch schlechte Antihandlungen kann man also mit entsprechenden positiven Handlungen kompensieren.

Schritt 3: Wecher Maßstab?


Daraus ergibt sich jedoch ein schwerwiegendes logisches Problem, welches bisher noch keine der Religionen zur Zufriedenheit lösen konnte: Keine Religion gibt Aufschluss darüber, ab welchem Punkt man genug der postiven Handlungen vollbracht hat, damit es für das Ziel reicht. Jede Religion sagt uns zwar in irgendeiner Form was "gut" und was "schlecht" ist, aber es fehlt eine Relation darüber WIE gut oder schlecht eine bestimmte Handlung ist.
Wenn es also einen Gott gibt der uns so ein Ziel steckt und wenn dieser Gott will, dass wir dieses Ziel erreichen, wäre es nur logisch wenn er uns auch eine Gewichtungstabelle geben würde, anhand derer wir (wie bei der Verkehrssünder-Kartei in Flensburg) sehen können, wo wir punktemäßig gerade stehen:
Lüge -10 Punkte
Notlüge: -1 Punkt
Steuer hinterziehen: -5 Punkte
zu schnell fahren: -8 Punkte
Nachts bei freier Fahrbahn auf der A5 bei Frankfurt mit 100 auf der linken Spur fahren: -500 Punkte ;-)
eine Oma über die Straße bringen: 10 Punkte
einmal Vaterunser beten: 4 Punkte
Muttern beim Abtrocknen helfen: 15 Punkte
regelmäßig in die Kirche gehen: 20 Punkte monatlich
Spende an den örtlichen Kaffeekränzchen-Club: 80 Punkte

Einen derartigen Maßstab finden wir in keiner Religion. Kein Buch, keine Religion, keine Richtlinie gibt Aufschluss darüber, welche Sünde schlimmer ist und welche weniger schlimm. Nirgendwo erfährt man wieviele Omas man über die Straße bringen muss um einen Ladendiebstahl zu kompensieren und so wieder auf "Null" zu kommen. Auch steht nirgendwo mit wieviel Punkten man dann das Ziel erreicht. Reicht es nur Stand Null erreicht zu haben, oder muss man deutlich im Plus sein? Wenn ja wie hoch?
Schauen wir uns mal die Maßstäbe der Bibel an:

Schritt 4: Maßstab der Bibel


Wenn man sich die Bibel durchliest wird man schnell feststellen, dass es da eine ganze Menge gibt was man zu beachten hat. Insbesondere das Alte Testament ist voll von Geboten und Dingen, die man beachten soll. Die besagten Antihandlungen - also Handlungen, die dazu führen ein Ziel zu verfehlen - nennt die Bibel "Sünde". Okay, schauen wir mal wie der Gott der Bibel mit Sünde umgeht. Nehmen wir mal Ehebruch als Beispiel:
2. Mose 20, 14 (Schlachter):Du sollst nicht ehebrechen!

Ziemlich schnörkellos ausgedrückt, oder? Klare Sache also. Aber schauen wir mal weiter wie man mit Ehebruch umgegangen ist.
3. Mose 20, 10 (Schlachter):Wenn ein Mann mit der Frau seines Nächsten Ehebruch treibt, so sollen [beide], der Ehebrecher und die Ehebrecherin, unbedingt getötet werden.

Das klingt schonmal ziemlich hart. Aber wer glaubt, dass das grausam und unfair ist, sollte mal ins Neue Testament schauen - in der Bergpredigt sagt Jesus nämlich:
Matthäus 5, 28 (Schlachter):Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Krass, oder? Das heißt auf gut deutsch: Jeder der einer Frau mit weniger keuschen Hintergedanken nachpfeift, sollte nach Gottes Maßstäben einen Kopf kürzer gemacht werden. Das Problem wird aber noch schlimmer, denn das mit dem Kopf-kürzer-machen ist nicht nur bei Ehebruch so. Im Römerbrief schreibt Paulus:
Römer 6, 23 (Schlachter):Der Lohn der Sünde aber ist der Tod[...]

Also das heißt man
Bild
bekommt nicht nur bei Ehebruch oder sonstigen oberschlimmen Sünden das Licht ausgeblasen, sondern bei JEDER Sünde. Weitaus prikärer wird das ganze, wenn man bedenkt, dass hier nicht nur vom leiblichen Tod die Rede ist. Aus verschiedenen anderen Bibelstellen wird klar, das vom Ewigen Tod die Rede ist - das was gemeinhin auch als Hölle bezeichnet wird (ist noch ein anderes Thema auf das in einer eigenen Frage eingegangen wird).

Fassen wir mal zusammen:
es gibt irgendeine übernatürliche Schöpfermacht
keine der Religionen bietet eine befriedigende Antwort darauf, wie man das gesteckte Ziel praktisch tatsächlich erreichen kann
nirgendwo bekommt man eine Gewichtung wie man die Fehler die man macht wieder gut machen kann
die Bibel bietet zwar an, Sünden durch Strafe zu kompensieren, das "Strafmaß" ist aber total abgehoben und von keinem zu erfüllen

Letztlich kommt es also auf's gleiche raus. Die Weltreligionen ergeben keinen Sinn, weil man nie weiß wann man genug Leistung erbracht hat um das Ziel zu erreichen und der Glaube an Gott steckt die Latte so hoch, dass man es eh nie erreichen könnte.

Schritt 5: Sind Gottes Ansprüche zu hoch?


Nun denn... Wir haben festgestellt, dass Gottes Ansprüche - gelinde ausgedrückt - ein ganz klein wenig abgehoben sind. Stimmt das überhaupt? Warum ist das so? Ist das nicht total unlogisch?
Es mag vielleicht etwas schwer nachzuvollziehen sein, aber unlogisch ist es letztlich nicht - im Gegenteil. Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel:
Bei einem funktionierenden Staat ist es wichtig, dass bestimmte Regeln aufgestellt werden an die sich jeder halten muss - jeder - auch dann, wenn es dabei auch mal Regeln gibt die uns nicht gefallen. Ich glaube ich spreche hier für alle Autofahrer, wenn ich sage, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen und Radarkontrollen eine echt lästige Sache sind. Jeder würde die nervigen Blitzer gerne abschaffen, die einem immer wieder mal einen Strafzettel bescheren können. Aber sie gehören eben auch zu einem Rechtssystem dazu. Obwohl sicherlich ALLE Autofahrer Starenkasten blöd finden, würde doch KEINER in einem Land leben wollen in dem es keine Geschwindkeitskontrollen gibt, in dem Verbrecher nicht bestraft werden. Dazu gehört es aber eben auch, kleinere Sachen zu bestrafen. Man kann nicht erst ab 80km/h zuviel anfangen zu bestrafen.
Und jetzt stelle man sich nicht irgendeine Polizeidienststelle vor, die ein paar Prozent Toleranz abzieht, sondern einen Gott, der allmächtig ist. Er ist der Erschaffer des Universums, er ist die Gerechtigkeit in Person. An ihm ist nichts Böses, Falsches oder Ungerechtes. Ist es nicht logisch, dass dieser heilige Gott einen weit höheren Anspruch hat, als Menschen? Dass er auch schon das allerkleinste Vergehen bestrafen muss? Wenn er es nicht machen würde, wäre er nicht gerecht, oder? Würdest Du wollen, dass das Universum von irgendeinem Luschi regiert wird, der auch mal Fünfe gerade sein lässt und alles nicht sooopp genau nimmt?
Außerdem hat die Sache mit dem Kompensieren der schlechten Taten auch noch eine gravierende logische Schwäche: Es ist einfach nicht gerecht! Man kann schlechte Taten nicht mit guten Taten aufheben. Auch wenn man viele gute Taten vollbringt, müssen die schlechten trotzdem bestraft werden. Man stelle sich einen Richter vor, der über jemanden der wegen einem Diebstahl vor Gericht steht sagt: "Okay, er hat jahrelang ehrenamtlich beim Kaffekränzchenclub mitgefolfen, das hebt die Sache mit dem Diebstahl auf, und deswegen lassen wir ihn laufen."

Schritt 6: Die Lösung?


Wir haben jetzt festgestellt, dass der Gott der Bibel ziemlich hohe Ansprüche hat. Das mag zwar alles so logisch sein wie es will, führt aber letztlich zu keinem Ergebnis - der Inhalt der gesamten Bibel lässt nur einen einzigen logischen Schluss zu: Die Ansprüche Gottes an uns Menschen sind zu hoch, als dass wir sie erfüllen könnten.
Wenn wir die Strafe nicht selber tragen können gibt es nur eine einzige logische Möglichkeit - die einzige die übrigbleibt: Gott trägt die Strafe selber. Die Strafe für unsere Schuld kann er nur auf sich nehmen, wenn er selber nicht schuldig ist (auch logisch), was bei Gott aber zutrifft: Er ist das Gute in Person, er kennt keine Sünde. Somit kann er die Strafe für uns übernehmen.

Moment mal - mögen einige einwenden - das wäre ja nicht fair, schließlich muss Gott ja auch den Stress hier auf der Welt ertragen, da kann er leicht behaupten, dass er ohne Sünde ist! Auch wieder richtig! Gerade deswegen ist Gott auch als Mensch hier auf die Erde gekommen und hat hier 30 Jahre als ganz normaler Mensch gelebt und ist dann auf grausamste Art und Weise hingerichtet worden.
Jesus war zwar Gottes Sohn, aber er war weit weniger "göttlich" als manche denken, er hatte keine speziellen Superkräfte - denn das wäre logischerweise nicht fair gewesen, da er sonst im Vorteil gewesen wäre. Er musste ein normaler Mensch wie wir werden:
Hebräer 2, 17 (Gute Nachricht):Deshalb musste er in jeder Beziehung seinen Brüdern und Schwestern gleich werden. So konnte er ein barmherziger und treuer Oberster Priester für sie werden, um vor Gott Sühne zu leisten für die Sünden des Volkes.

Er hat das Unmögliche geschafft, er hat sein ganzes Leben keine einzige Sünde getan und konnte deshalb die Todesstrafe stellvertretend für uns auf sich nehmen.
Wenn wir dieses Erlösungswerk annehmen können wir uns sicher sein, dass wir das Ziel - das ewige Leben - erreichen. Wir brauchen uns nicht abkrampfen und irgendwelche geistigen Höchstleistungen vollbringen ohne dann wirklich die Sicherheit zu haben, dass wir genug geleistet haben um irgendeinen Gott gnädig zu stimmen.

Fazit


Wir haben gezeigt, dass der Glaube an Jesus Christus vielleicht nicht immer ganz einfach zu verstehen, in den wesentlichen Zügen aber durchweg logisch und nachvollziehbar ist. Die Frage ist nur, ob wir das annehmen und für uns in Anspruch nehmen - den ersten Schritt des Glaubens müssen nämlich WIR gehen...

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