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War Jesus geisteskrank oder verrückt?Es ist ziemlich schwer nachvollziehbar, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes sein soll. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass er das lediglich selber geglaubt hat? War Jesus vielleicht einfach nur geistesgestört und hat sich nur eingebildet Gott, bzw. Gottes Sohn zu sein? Rein von den Fakten her betrachtet scheint diese These gar nicht so leicht von der Hand zu weisen sein, den Jesus mag tatsächlich ein wenig so gewirkt haben, als hätte er nicht alle Tassen im Schrank. Im Markus-Evangelium steht, dass Jesus von sich behauptet hat, der Sohn Gottes zu sein - und er hat sich dafür freiwillig hinrichten lassen:
Dass er in vollem Bewusstsein gelogen haben soll, um sich als Sohn Gottes zu bezeichnen, ist mehr als unlogisch, da er sich damit sein eigenes Grab geschaufelt hat. Selbst wenn er sich durch Betrug zu einem großen Führer machen wollte, wäre er wohl kaum bereit gewesen dafür auch zu sterben. Das hätte niemand gemacht, der noch halbwegs bei Verstand ist... ![]() Somit bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder stimmt das was er gesagt hat, oder Jesus war nichts weiter als ein durchgeknallter Irrer, ein Geisteskranker, ein Gestörter, der nicht wußte was er tat und sich selbst für etwas hielt, was er gar nicht war. Um zu ergründen, ob Jesus nur ein armer Irrer war, wollen wir uns mal ein paar Bibelstellen anschauen, die von diversen Bibelkritikern gerne herangezogen werden: Epileptischer Anfall bei der Tempelreinigung:Hierzu wird von Kritikern immer wieder behauptet, Jesus hätte so etwas wie einen epileptischen Tobsuchts-Anfall bekommen. Nun, Jesus war sauer und er war aufgebracht - und das vollkommen zu Recht. Mal ehrlich: Ist es nicht sehr unwahrscheinlich, dass er vollkommen durchgeknallt mit Schaum vor dem Mund auf alles eingedroschen hat was nicht bei drei auf den Bäumen war und dabei nochmal eben auswendig ein paar Bibelzitate verteilt hat? Wäre es dann nicht mehr als unwahrscheinlich, dass unmittelbar nach so einem Tobsuchtsanfall auch nur ein einziger Kranker (freiwillig) auf Jesus zugekommen ist, um sich von ihm heilen zu lassen. Dazu kommt noch: Wer glaubt, dass es einen schon gleich zu einem Geistesgestörten macht, wenn man mal etwas lauter wird und andere Leute beschimpft, der sollte sich mal eine Debatte im Bundestag in voller Länge zur Gemüte führen. Derjenige sollte dann besser möglichst schnell auswandern, denn dann würde unser Land nämlich von einem Haufen Irrer regiert... Gleiches gilt natürlich ebenso für andere oft angeführte Bibelstellen in denen Jesus mal etwas lauter geworden ist, wie zum Beispiel die Strafrede gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten. Jesus vermeintliche "Depressionen" im Garten Gethsemane:
Von Depressionen kann hier keine Rede sein. Er hatte Angst zu sterben - nicht mehr und nicht weniger. Er war obwohl er Gottes Sohn war (okay, er hat es zumindestens behauptet ;-) ein Mensch und da war Angst etwas ganz Natürliches. Depressionen sind etwas vollkommen anderes - mit Todesangst hat das nichts zu tun - im Gegenteil: Jeder Psychologe wird bestätigen, dass Depressionen eher etwas mit Todessehnsucht und Suizid zu tun haben als mit Todesangst. Halluzinationen und Visionen von JesusAlle übernatürlichen und transzendenten Begebenheiten wie das Herabfallen des Heiligen Geistes bei Jesu Taufe (Matthäus 3, 16-17), Jesu Versuchung (Matthäus 4, 1-11) oder Jesu Verklärung (Markus 9, 13) werden von Skeptikern und Bibelkritikern gerne als Halluzinationen abgetan. Auf die einzelnen Stellen soll hier nicht eingegangen werden, denn es besteht ein grundsätzlicher logischer Feheler in dieser Schlussfolgerung. Um anhand der Bibel eine Aussage über den Geisteszustand Jesu machen zu können muss man nämlich auch als Kritiker eine Annahme treffen. Man muss davon ausgehen, dass die Bibel grundsätzlich im Kern wahr ist und man sie als historisch korrekt akzeptiert. Alles andere macht keinen Sinn, da man sich die historische Bewertung anhand der Bibel ansonsten gleich sparen kann. Was aber Kritiker im genannten Beispiel machen ist, dass sie sich aussuchen, welche Stellen sie als "wahr" akzeptieren und welche nicht. Eine ernsthafte Forschung und Beurteilung ist nicht möglich, wenn man bestimmte Möglichkeiten (wie zum Beispiel das Übernatürliche) von vornherein kategorisch ausschließt. Das wäre so, als würde man bei einer Forschungsarbeit über Christoph Kolumbus vorher per Definition ausschließen, dass er jemals in Amerika war und dann am Ende zu dem Ergebnis kommen, dass er geistesgestört gewesen sein müsse, weil seine Reisen nur Halluzinationen seien. Entweder nimmt man die Bibel als Basis für Spekulationen über den Charakter Jesus, oder man lässt es bleiben. Wenn man dazu nicht grundsätzlich bereit ist und die Bibel nur als teilrichtig ansieht, kann man diese Stellen auch nicht argumentativ benutzen, um irgendeine These zu beweisen oder zu widerlegen. Nun wollen wir uns aber auch einmal ein paar Stellen anschauen, die Jesus in einem anderen Licht erscheinen lassen und die gegen eine Geisteskrankheit sprechen:
Hier wurde Jesus eine Falle gestellt und er wurde in eine Zwickmühle gebracht. Hätte er sich gegen eine Steinigung ausgesprochen, hätte man ihn wegen Bruchs der alten Gesetze von Mose verurteilen können. Hätte er gesagt, man solle die Prosituierte steinigen, hätte er seine Glaubwürdigkeit verloren, da man seine Aussagen bezüglich Vergebung, Gnade und Erbarmen in Zweifel gezogen hätte. Diese Situation ist offensichtlich spontan entstanden, ohne dass Jesus sich groß darauf hätte vorbereiten können. Trotzdem reagiert Jesus aber mit klaren und spitz formulierten Erwiderungen, denen die Pharisäer nichts entgegenzusetzen hatten und er rettete der Frau gleichzeitig damit das Leben. So etwas lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass Jesus vieleicht nicht ganz klar im Kopf war, sondern es zeigt eher, dass er ganz genau wusste wovon er sprach und einen messerscharfen Verstand hatte. Ähnlich war auch die Situation als Jesus nach der römischen Steuer befragt wurde: Auch hier wieder die gleiche Situation wie oben: Hätte Jesus dazu aufgefordert, die Steuern an Rom nicht zu zahlen, hätte er sich strafbar gemacht - hätte er sich direkt auf die Seite der Römer gestellt, hätte er sich beim Volk sehr unbeliebt gemacht. Aber auch in diesem Fall reagiert er mit erstaunlich guter Rethorik. Dies waren nur zwei Beispiele aus Diskussionen von Jesus mit den Pharisäern, von denen es in der Bibel mehrere Stellen gibt. Jesus reagiert jedes Mal mit erstaunlich intelligenten und wohldurchdachten Kommentaren auf Fragen, die man auf den ersten Blick unmöglich beantworten kann ohne sich selbst eine Blöße zu geben. Jesus reagiert jedes Mal sehr souverän und gekonnt - rethorisch könnte so mancher Politiker noch etwas von Jesus lernen. Auch die Bergpredigt (Matthäus 5-7) ist eine rethorisch hervorragende Rede. So schließt Matthäus diesen Abschnitt hier auch mit folgenden Versen:
So spricht man nicht von irgendeinem Irren, der irgendwelche Halluzinationen weitergibt und nicht weiß was er tut, sondern von einem Mann mit Verstand, der weiß wovon er spricht. FazitEs ist sehr unwahrscheinlich, dass Jesus wirklich geisteskrank oder ein abgehobener Sektenguru war. Vielmehr stand er ziemlich fest auf dem Boden der Tatsachen! Dummerweise hatte genau das aber eben ziemlich unbequeme Folgen. Die einzig mögliche Alternative dazu ist nämlich, dass Jesus wirklich das war, für das er sich ausgegeben hat: Der Sohn Gottes! Und das passt oft nicht in unser heutiges Weltbild, nach welchem es einen Gott und Transzendenz nicht geben kann, denn dies widerspräche unserer (vermeintlich) modernen und aufgeklärten Gesellschaftsnorm. Und was nicht sein kann, das darf einfach nicht sein, und so beschränkt man sich lieber auf Hypothesen die besagen Jesus sei ein durchgeknallter Spinner gewesen - ist ja auch das einfachste - es hat nämlich keine Konsequenzen für unser bequemes Leben... |
