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Was ist biblischer Glaube?In der Bibel ist so oft davon die Rede, dass man glaube soll. Was ist eigentlich Glaube? Was versteht man überhaupt darunter? Wie glaubt man richtig? Ist Glaube das gleiche wie Hoffnung oder Vertrauen? Das Wort "Glaube" hat in der deutschen Sprache leider sehr stark an Bedeutung verloren. Wer sagt: "Ich glaub', dass morgen die Sonne scheint", will damit nicht sagen, dass er der festen Überzeugung ist, dass es am nächsten Tag gutes Wetter gäbe, sondern lediglich, dass er dies vermutet, bzw. für möglich hält. In der Verneinung ist dieses Wort wesentlich stärker: Sagt jemand "Nein, das glaube ich nicht!" spricht daraus schon mehr als nur eine bloße Vermutung, es ist wesentlich mehr Überzeugung dahinter. Schauen wir uns einmal an was die Bibel dazu sagt. In Hebräer 11, 1 findet man eine sehr eindeutige und leicht verständliche Definition für "Glaube":
1. HoffnungWenn man etwas hofft, heißt das, dass man etwas herbeisehnt, was man unbedingt möchte, z.B. dass ein bestimmtes Ereignis eintritt. Mann kann also per Definition nicht etwas hoffen, das man nicht will. Sagt jemand "Ich hoffe, dass es morgen nicht regnet", drückt das aus, dass diese Person möchte, dass es am nächsten Tag nicht regnet. Hoffnung ist erst einmal also ein reines Wunschdenken, es ist noch keine Aktion, es erfordert keine Handlung. Wer nur hofft, dass es am nächsten Tag nicht regnet, würde an diesem Tag sicher keine große Gartenparty planen. 2. ZuversichtNun kombinieren wir die Hoffnung mit der Zuversicht. Zuversicht ist mehr. Es ist nicht nur das reine Herbeisehnen von etwas, sondern auch das Eintstehen dafür. Zuversicht ist noch keine Gewissheit, aber schon etwas in dieser Richtung. Man hat nicht nur den Wunsch, sondern die Sicherheit, dass das Erhoffte auch eintreten wird. Wer sagt: "Ich bin zuversichtlich, dass es morgen nicht regnet", hat nicht nur den Wunsch, dass es am nächsten Tag gutes Wetter gibt, sondern er ist auch der Meinung, dass dieser Fall eintreten wird, auch wenn vielleicht etwas dagegen spricht oder bestimmte Zweifel bestehen könnten. Zuversicht kann einen dazu bringen bestimmte Handlungen zu tun. Ist eine Person zuversichtlich, dass es nicht regnet, könnte ihn diese Zuversicht dazu bringen, die Gartenparty anzusetzen, er würde aber wahrscheinlich noch für eine Überdachung oder einen Unterstand für den Fall der Fälle sorgen. 3. Zweifel bzw. NichtzweifelnWas Zweifel ist, sollte eigentlich jedem klar sein: Es ist Unsicherheit, das Infragestellen von etwas, das man glaubt oder vermutet. Nichtzweifeln wäre also, wenn man seine Hoffnung und Zuversicht nicht in Frage stellt. Das drückt nochmals mehr Sicherheit aus. Jemand der sagt: "Ich zweifle nicht daran, dass es morgen gutes Wetter gibt!" wird die Gartenparty mit ziemlicher Sicherheit organisieren. ![]() 4. WissenBevor wir zum Glauben kommen, wollen wir hier noch definieren, was "Wissen" st. Wissen ist einerseits mehr als Glaube, andererseits jedoch weniger. Denn Wissen erfordert meistens keine Handlung. Es gibt aber Situationen in denen man bestimmte Entscheidungen treffen muss, OHNE dass man alle Umstände kennt und ohne, dass man alles weiß. Bleiben wir einmal bei unserem Wetterbeispiel. Man kann nicht sagen: "Ich weiß dass es morgen nicht regnet". Das ist unmöglich. Auch wenn die Wettervorhersage angekündigt hat, dass es nicht regnet wird, kann man es nicht hundertprozentig wissen. Selbst wenn man mitten in der Sahara stünde und behauptet es würde am nächsten Tag nicht regnen: Wirklich WISSEN kann man dies nicht, weil es in der Zukunft liegt. Man kann dagegen aber sagen: "Ich weiß, dass es gestern geregnet hat!". Man hat es gesehen, also kann man es wissen. Die Bibel nennt das auch oft "Schauen" (z.B. 2. Korinther 5,7). Etwas was man weiß hat man also meistens erlebt, erfahren oder eben "gesehen". Deswegen könnte man in obigem Vers auch sagen: "ein Nichtzweifeln an dem was man nicht weiß". Wissen schließt jeglichen Zweifel per Definition aus. Wissen hat auch nichts mit Wunschdenken - also mit Hoffnung - zu tun. Es ist ein einfacher, schlichter Fakt und erfordert nicht zwangsweise eine Handlung. GlaubeGlaube kombiniert die ersten vier Punkte: - Hoffnung - Zuversicht - Nichtzweifeln - Nicht-wissen Jemand der sagt "Ich habe den Glauben, dass es morgen nicht regnet" (ich benutze bewusst nicht die Formulierung "ich glaube") hat: a) nicht das Wissen, dass es nicht regnen wird (=> er sieht es nicht) b) die Hoffnung, dass es nicht regnet (=> er will, dass es nicht regnet) c) die Zuversicht, dass es nicht regnet (=> er ist der Meinung, dass es nicht regnen wird) d) er zweifelt nicht daran, dass es gutes Wetter gibt (=> er stellt es nicht in Frage) Diese Person würde also ohne zu zögern die Gartenparty organisieren ohne für eine Überdachung zu sorgen (das würde sie nur wenn sie zweifeln würde). Glaube und VertrauenLeider gibt es einige Bibelübersetzungen (z.B. die Gute Nachricht) in denen "Glaube" teilweise mit "Vertrauen" übersetzt wurde. Dies ist aber faktisch falsch, weil es Ursache und Wirkung vertauscht. Glaube kann aus Vertrauen entstehen, aber Glaube IST nicht Vertrauen. Stell Dir vor, Du willst einen Computer kaufen und Du bekommst eine E-Mail von einem Unbekannten: "Morgen Aktions-Angebot bei Aldi Komplett-PC für 499 Euro" Das wäre GENAU die Konfiguration die Du gebraucht hättest und 300 Euro billiger als Du dachtest. Was würdest Du tun? Vermutlich nichts - oder höchstens die Mail markieren und in Deinem Mailprogramm auf "Junk" klicken. Du vertraust der Person nicht, weil Du sie nicht kennst - also glaubst Du auch nicht daran, dass diese Nachricht korrekt ist. Wäre die Mail aber von einem Freund den Du schon lange kennst und der Dir noch nie etwas Falsches erzählt hat, würdest Du es wahrscheinlich glauben: - Du weißt zwar nicht, dass es das Aldi-Angebot überhaupt gibt - Du hoffst es aber (weil Du den PC willst und er billig ist) - Du bist zuversichtlich, dass Dein Freund recht hat (weil Du ihm vertraust) - Du zweifelst nicht an seiner Aussage (Du kennst ihn schon lange und seine Aussagen haben sich schon mehrfach als richtig herausgestellt) => Du glaubst! Als Konsequenz setzt Du Dich ins Auto, fährst zu Aldi und kaufst den Computer. Hat Dein Freund recht gehabt, wächst Dein Glaube an seine Aussagen. Hier sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Glaube bewirkt immer etwas. Er zieht zwangsweise eine Handlung nach sich. Glaube ohne Handlung bewirkt nichts (die Bibel sagt dazu, dass der Glaube "tot" ist). Wenn Du an Gott glaubst (also "Glaube" nach obiger Definition), ist es unmöglich, dass Dein Glaube nichts in Dir bewirkt (er bewirkt vielmehr zum Beispiel Buße/ Umkehr). Glaube setzt etwas in Bewegung. Wenn Jesus sagt...
Glaube ist keine blanke Theorie, kein bloßer Spruch, sondern Glaube kann wirklich etwas bewegen - auch Berge. Bei Gott ist das so ähnlich wie mit der E-Mail von Deinem Freund. Gott hat uns in der Bibel sehr viele Verheißungen gegeben und wir können diesen Verheißungen vertrauen, auch wenn wir das Ersehnte nicht sehen, auch wenn die Dinge uns noch so unwahrscheinlich erscheinen und unser Verstand noch so viele Einwände hervorbringt. Wenn wir wie oben in Hebräer 11, 1 beschrieben nicht daran zweifeln und entsprechend handeln werden diese Dinge auch real werden. Die Bibel ist ein einziges großes Zeugnis von Gott, welches bezeugt, dass er real ist. Wenn Du anfängst dem zu glauben und kleine Schritte zu gehen (also anfängst dem Glauben nach zu handeln), wirst Du sehen, dass man Gott ECHT vertrauen kann und Dein Glaube wird wachsen. Fang doch einfach mal klein an: Glaube, dass dieses dicke Buch namens Bibel wirklich wahr ist. Die Handlung die sich daraus ergibt ist, dass Du anfängst in der Bibel zu lesen (am besten im Neuen Testament, da steht auch viel über Glaube)... Dann fang an, einzelne Dinge, die in dem Buch stehen zu glauben. Du wirst in der Bibel lesen, dass Du mit Gott reden kannst, ganz normal wie mit einem Freund: Fang an das zu glauben und rede mit Gott! Wenn Du das konsequent tust, kann ich Dir versprechen, dass sich Dein Leben radikal verändern wird! Vielleicht wird das nicht sofort, nicht von heute auf morgen geschehen: Glaube wächst oft - wenn auch nicht immer - nur langsam, aber es wird sich etwas verändern! Wenn Du anfängst Gott zu vertrauen, kann daraus Glaube entstehen, der wirklich Berge versetzen kann. |
