Mancher hat vielleicht mitbekommen, dass ich mich nach meinen Kräften mit Jugendlichen befasse, die er in ihrem Leben eher schwer haben. Vom familiären Umfeld über die Freundeskreise bis in die Familie heinein.
Bei meinem letzten Jungen, 15 Jahre, schien meine Arbeit nach einem knappen halben Jahr mit dem abrupten Ende in einem dicken Haufen Müll steckengeblieben zu sein. Seine Mutter kündigte die Zusammenarbeit mit mir auf, es gab einige ... unangenehme Auseinandersetzungen auf dem Jugendamt, seine Mutter kippte mir - bildlich gesprochen - ein Faß Gülle nach dem anderen über den Kopf.
Ich hatte mich in jedweder Hinsicht stark angagiert und den Jungen fast wie einen eigenen Sohn behandelt. Darum traf mich diese Geschichte im April hart und verunsicherte mich. Ich hatte schon vorher bemerkt, dass der Widerstand seiner Familie, insbesondere seiner Mutter, auch meine Gesundheit nachteilig beeinflussste. Desto fester jedoch beteten meine Frau und mich gerade auch für diesen Jungen.
Heute sprach ich mit dem Rektor der Schule, an der der Junge seinen Hauptschulabschluss absolviert - und tatsächlich bestanden hat. Der Rektor, mit dem ich sprach, berichtete mir, dass der Junge in den letzten Monaten wie verwandelt gewesen sei. Er habe seine Freundeskreis verändert, sei hilfsbereit, freundlich geworden, aus dem "coolsten "Jungen der Schule sei ein fleißiger, freundlicher Schüler geworden, der auch bereit war, anderen zu helfen. Ähnlich positive Rückmeldung bekam ich über meinen zweiten Schüler aus dieser Schule, mit dem ich zu arbeiten begann, nachdem er seinen Vater verloren hatte.
Nach dem Gespräch fing ich an zu heulen wie ein kleiner Junge. Und könnte jubeln, wie . wie ... ach ich weiß nicht wie, jubeln halt!
Ich
weiß, was ich diesen Jungen mitzugeben habe. Ich
weiß es ganz sicher - und dennoch war ich so verunsichert und befürchtete, es sei doch daneben gegangen. Nun hat mir Gott auf diese Weise gezeigt, dass ich an der Arbeit dran bleiben soll. Mit ihm konnte und kann ich das. Er hat mir die Befähigung dazu verliehen, das ist mir unheimlich wertvoll. Allerdings werde ich das Jugendamt außen vor lassen, nur dann kann ich die Arbeit auf meine Weise tun.
Es ist ein Vorrecht, das ich genieße, indem ich wirklich Früchte meiner Arbeit sehen durfte. Das Vorrecht gibt es nicht unbedingt immer, aber ich bin unheimlich danlkbar dafür und das beflügelt mich, die Arbeit weiter zu tun.
Das wollte ich mal so los werden.
Dazu fällt mir ein:
Kolosser 4, 2-4